Kulturreihe „Töne, Themen, Menschen“

Wir laden Sie herzlich zur gemeinsamen Kulturreihe des Vereins Burgkapelle Arnshaugk e.V. mit dem Bündnis „Dorfliebe für Alle!“ ein. Mit verschiedenen Veranstaltungen wollen wir ein Stück der Regionalgeschichte und -kultur des Saale-Orla-Kreises erlebbar und begreifbar machen. Dazu finden Veranstaltungen in der Kapelle Arnshaugk und im ganzen Landkreis statt. Mehr zu den einzelnen Formaten finden Sie im Folgenden. Bei Rückfragen schreiben Sie gerne eine E-Mail an vernetzung-sok@riseup.net

10. Mai (vorüber): öffentliche Stadtführung „Stolpersteine“ mit anschließender Sichtung und Diskussion historischer Quellen

Ort: Pößneck

Stadtführung im Gedenken an Jüdisches Leben in Pößneck von 1933-1945 mit dem Heimatforscher Philipp Gliesing.

15. August, 19:30 Uhr: Cellokonzert in der Burgkapelle Arnshaugk mit Ausstellungseröffnung

Ort: Burgkapelle Arnshaugk (Arnshaugk 9 in Neustadt/Orla)

Mit der Stimme von Pablo Casals – Klassik und Folklore. Roger Morelló-Ros spielt Werke von Johann Sebastian Bach, Marin Marais, Gaspar Cassadó, Marc Migó und Elisenda Fábregas. Das Konzert wird von der Stadt Neustadt an der Orla im Rahmen des Neustädter Musiksommers veranstaltet. Mehr Informationen und Karten: https://www.neustadtanderorla.de/veranstaltung/termin/neustaedter-musiksommer-cello-solo/

Parallel zum Konzert wird die Ausstellung von Andreas Berner eröffnet.

15. August – 14. September: Ausstellung des Wurzbacher Künstlers Andreas Berner

Ort: Burgkapelle Arnshaugk (Arnshaugk 9 in Neustadt/Orla)

Andreas Berner wurde 1958 in Ost-Berlin geboren und machte 1976 Abitur in Rudolstadt und anschließend Lehre als Feinmechaniker in Premnitz. Zeichenunterricht nahm er bei der Maler- und Grafikerin Barbara Matz-Langensiepen und studierte Germanistik und Kunsterziehung in Erfurt. Seit 1990 lebt und arbeitet er in Wurzbach.

06. September, 19:00 Uhr: Filmvorführung „In Liebe, Eure Hilde“ mit anschließendem Gespräch mit der Drehbuchautorin Laila Stieler

Ort: WOTUFA,  Ziegenrücker Str. 6 in Neustadt/Orla

Berlin 1942. Hilde ist verliebt. In Hans. In ihrer Leidenschaft vergessen die beiden oft Krieg und Gefahr. Dann sind sie nur zwei junge Menschen am Beginn ihres Lebens. Hilde bewundert den Mut ihres Liebsten. Er bewegt sich in Widerstandskreisen. Sie selbst ist eher ängstlich, beteiligt sich aber immer beherzter an den Aktionen einer Gruppe, die man später die „Rote Kapelle“ nennen wird. Es ist der schönste Sommer ihres Lebens. Als er sich neigt, werden alle verhaftet. Und Hilde ist im achten Monat schwanger. Im Gefängnis bringt sie ihren Sohn zur Welt und entwickelt eine Kraft, die ihr niemand zugetraut hätte.

IN LIEBE, EURE HILDE ist die achte gemeinsame Arbeit von Regisseur Andreas Dresen und Drehbuchautorin Laila Stieler. IN LIEBE, EURE HILDE basiert auf der wahren Geschichte von Hilde und Hans Coppi, die in Berlin-Plötzensee hingerichtet wurden. Insgesamt wurden zwischen 1942 und 1943 mehr als 50 Mitglieder der „Roten Kapelle“ ermordet. Der Film erzählt eine nahezu zeitlose, wuchtige Liebesgeschichte über Anstand und Widerstand, Intuition und zivile Courage, Würde und Angst. (Quelle: https://in-liebe-eure-hilde.pandora.film/)

Im Anschluss an den Film wollen wir mit Laila Stieler, die in Neustadt an der Orla aufgewachsen ist, ins Gespräch kommen und gemeinsam den Film Revue passieren lassen.

Laila Stieler (*1965 in Neustadt an der Orla) ist eine renommierte deutsche Drehbuchautorin, Dramaturgin und Produzentin. Nach einem Volontariat beim Fernsehen der DDR und einem Studium der Film- und Fernsehdramaturgie an der Hochschule „Konrad Wolf“ in Babelsberg (1986–1990) arbeitet sie seit den frühen 1990er-Jahren als Drehbuchautorin, Dramaturgin und Produzentin für Film und Fernsehen. Für Die Polizistin erhielt sie 2000 den Fernsehfilmpreis und 2001 den Grimme-Preis in Gold. Es folgten u. a. der Bayerische Fernsehpreis und 2019 der Deutsche Filmpreis („Lola“) für das Drehbuch zu „Gundermann“

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und
Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

14. September: Führungen zum Tag des Offenen Denkmals in der Burgkapelle

Ort: Burgkapelle Arnshaugk (Arnshaugk 9 in Neustadt/Orla)

26. September, 18:00 Uhr: Lesung und Publikumsgespräch „Die Unbeugsamen – Briefwechsel aus Gefängnis und KZ“ mit Anne Kies und Steffen Mensching 

Ort: Burgkapelle Arnshaugk (Arnshaugk 9 in Neustadt/Orla)

Die deutsche Jüdin und Komintern-Agentin Olga Benario wurde Ende 1936, nachdem sie in Brasilien an einem misslungenen Aufstand beteiligt gewesen war, hochschwanger an Nazideutschland ausgeliefert. In Gestapo-Haft in Berlin gebar sie kurz darauf ihre Tochter Anita, die ein Jahr bei ihr in der Zelle lebte, bevor sie in die Obhut der brasilianischen Großmutter gegeben wurde. Olga Benario gehörte später zu den ersten weiblichen Häftlingen im KZ Lichtenburg und in Ravensbrück. 1942 wurde sie in der NS-Tötungsanstalt Bernburg ermordet. Ihr Lebenspartner und der Vater ihres Kindes, der brasilianische Offizier Luiz Carlos Prestes, verbrachte die Jahre 1936 bis 1945 in Rio de Janeiro in Isolationshaft. Er war Anführer des Aufstandes gegen die Regierung Vargas und seit Mitte der 1920er Jahre als „Ritter der Hoffnung“ bekannt. Der Briefwechsel der beiden Gefangenen konnte unter den größten Schwierigkeiten der Distanz, der Sprache und der Zensur selbst noch während Olga Benarios Inhaftierung im Frauenkonzentrationslager Ravensbrück aufrechterhalten werden. Im Zentrum der Briefe steht das Schicksal des kleinen Mädchens. (Wallstein-Verlag)

02. November, 18:00 Uhr: Multimediale Lesung mit Publikumsgespräch zur Aktion „Der Thüringer Blumenwurf“ im Saale-Orla-Kreis

Ort: Plothenbachhalle, Ortsstraße 46b, 07907 Plothen

Im „Thüringer Blumenwurf“ holten Yvonne Andrä und Stefan Petermann einen aufsehenerregenden Akt der Thüringer Politik ins Heute: In Städten und Dörfern warfen Menschen Blumen auf das, was sie wütend machte. Die dabei entstandenen Bilder, Gespräche und Audiomitschnitte werden von den beiden Künstlern als mobiles Stimmungsbarometer und Einladung zum offenen Austausch auf die Bühne gebracht.

Yvonne Andrä, geboren in Weimar, Dipl. Kulturwissenschaftlerin, Mitglied des Künstlerkollektivs „1meter 60 Film“, ist Produzentin & Regisseurin mehrerer Kinofilme. Stefan Petermann, geboren in Werdau, schreibt Romane und Erzählungen. Er hat mehrere Hörspiele und Drehbücher verfasst, seine Arbeiten wurden auf verschiedenen Ausstellungen gezeigt.

Der Thüringer Blumenwurf wurde gefördert von der Kulturstiftung des Freistaats Thüringens. Die Multimediale Lesung ist eine Kooperation zwischen ‘Dorfliebe für Alle!’ und der Literarischen Gesellschaft Thüringens mit Unterstützung durch Lottomittel des Finanzministeriums des Freistaats Thüringens und private Spenden.

www.blumenwurf.de